Corporate Volunteering: Freiwillige Einsätze zur Stärkung der Unternehmenskultur

Corporate Volunteering ist auch in der Schweiz auf dem Vormarsch. Immer mehr Firmen setzen ihre Mitarbeitenden bei Events als Volunteers ein. So auch die Credit Suisse. Die Bank unterstützte im Rahmen ihres breiten Volunteering-Engagements mit der Unterstützung von Swiss Volunteers 2016 unter anderem das «Race for Life» mit 26 Freiwilligen. Warum diese Einsätze nicht nur für die Angestellten, sondern auch für das Unternehmen von Vorteil sind, erklärt Zahra Darvishi, Leiterin Corporate Citizenship Schweiz von Credit Suisse.


Foto: zvg

Zahra Darvishi, wann und warum hat die Credit Suisse das Corporate Volunteering bei sich aufgebaut?
Das war 2008, die Credit Suisse ist damit Pionierin in diesem Bereich. Corporate Volunteering ist ein wichtiger Teil unseres gesellschaftlichen Engagements. Wir haben heute eines der umfassendsten Volunteering-Programme der Schweiz und wir bauen dieses Engagement kontinuierlich aus.

Welche Vorteile zieht die Credit Suisse aus diesem Engagement?
Wir nehmen unter anderem durch die freiwilligen Arbeitseinsätze der Mitarbeitenden unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahr und sind überzeugt vom allseitigen Nutzen. Das Erlebnis, sich persönlich an einem Projekt einer Partnerorganisation zu beteiligen, ermöglicht es unseren Mitarbeitenden, die Bedürfnisse der Menschen, mit denen wir leben und arbeiten, besser zu verstehen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig werden die Sozialkompetenz und der Teamgeist unserer Mitarbeitenden gefördert – Eigenschaften, die wesentlich zur Stärkung unserer Unternehmenskultur beitragen.

Wie werden die Events ausgewählt und intern ausgeschrieben?
Unser breites Portfolio deckt kompetenzbasiertes Volunteering (Mentorings, Berufsvorbereitung an Schulen etc.) und Hands-on-Volunteering (Umwelt, Integration etc.) ab. Die Freiwilligeneinsätze und die Organisationen müssen zu unseren Werten und Zielen passen, einen gemeinnützigen Zweck haben und einer Nachfrage unserer Mitarbeitenden entsprechen. Wir schreiben die Angebote dann in der Regel übers Intranet aus. Gesundheit und Disability haben in unserem Unternehmen einen hohen Stellenwert. Auch Krebs ist ein präsentes Thema und deshalb setzen wir uns für das «Race for Life» ein.

Was ist die Motivation der Mitarbeitenden, freiwillige Einsätze zu leisten?
Das Mitmachen ist absolut freiwillig und somit spielen berufliche wie persönliche Motive immer eine grosse Rolle für den Entscheid, ob, wie und wie oft sich Mitarbeitende engagieren. Sie suchen gemeinnützige Arbeiten, um ihre persönliche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen zu können sowie als Ausgleich zu den täglichen Aufgaben im Unternehmen. Teilweise haben sie einen persönlichen Bezug zum Volunteering-Thema. Generell schätzen sie das persönliche Lernen und Erleben und wir erhalten sehr positive Feedbacks von ihnen.

Erstatten die Mitarbeitenden nach einem Einsatz intern Bericht?
Über besondere Einsätze wird teilweise berichtet, zudem werden gezielt Feedbacks eingeholt. Der Erfahrungsaustausch geschieht informell in den Teams. Die Einsätze sind meist ein besonderes, prägendes Erlebnis, was zu einem besseren Arbeitsklima beitragen kann.

Welche Vorteile kann das Corporate Volunteering für einen Veranstalter wie das «Race for Life» haben?
Corporate Volunteers sind, genauso wie private Volunteers, engagierte Mitbürger – jeder Freiwillige, egal ob als Mitarbeiter oder privat, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft. Ein Vorteil gegenüber dem privaten Volunteering kann für den Veranstalter allenfalls im Skaleneffekt liegen, indem mit wenig eigenem Such-Aufwand viele Volunteers rekrutiert werden. Zudem ergeben sich aus Freiwilligeneinsätzen bei uns immer wieder weiterführende Kooperationen im Bereich Corporate Citizenship, zum Beispiel die sehr enge strategische Partnerschaft mit dem Schweizerischen Roten Kreuz.

Ist Corporate Volunteering auch für kleinere Unternehmen geeignet?
Corporate Volunteering ist grundsätzlich für Firmen jeder Grösse geeignet. Der Erfolg hängt stark von der guten Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation ab.

Welche Strategie verfolgt die Credit Suisse mit dem Corporate Volunteering in Zukunft?
Volunteering ist fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und entwickelt sich gemeinsam mit dem Unternehmen weiter. Wir arbeiten laufend daran, unser Angebot zu optimieren und sowohl an strategische Überlegungen (z.B. in Einklang mit unserem globalen Themenfokus „Bildung“) als auch an die Nachfrage unserer Mitarbeitenden anzupassen. Ein wichtiger Fokus liegt darauf, die Motivation unserer Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur zu fördern.

Corporate Volunteering bei der Credit Suisse

Die Credit Suisse stellt ihren Mitarbeitenden mindestens einen Tag pro Jahr bezahlte Arbeitszeit für Volunteerings zur Verfügung. Spezifische Einsätze können mehrere Wochen dauern. Der grösste Teil der Angebote ist offen für alle Mitarbeitenden. Einschränkungen bzw. spezifische Anforderungen können aufgabenbezogen sein (z.B. körperliche Leistungsfähigkeit für anstrengende Natureinsätze). Für Einsätze im Bereich der kompetenzbasierten Freiwilligeneinsätze sind ganz spezifisch die entsprechenden persönlichen oder Fachkompetenzen gefragt. Seit 2008 haben sich Zehntausende von Mitarbeitenden engagiert, 2016 wurden alleine in der Schweiz fast 6‘000 freiwillige Einsätze geleistet. Corporate Citizenship ist bei der Credit Suisse ein globales Thema mit Teams in New York, London, Zürich, Wroclaw, Pune, Singapur und Hong Kong, die in ihren Regionen unter anderem die Freiwilligenarbeit koordinieren. Auf nationaler Ebene hat das Unternehmen Partnerschaften mit rund 80 national und regional ausgerichteten Non-Profit-Organisationen mit Schwerpunkten in den Bereichen Jugendförderung, Menschen mit Behinderung, Integration und Natur.


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