Für Nino Schurter – und für die Region

Über 850 Volunteers packen in Lenzerheide jedes Jahr mit an, um die vielen Sportevents der Region möglich zu machen. Eventmanagerin Marina Schmid behält dank Swiss Volunteers die Übersicht und sorgt dafür, dass die Volunteers auch im nächsten Jahr wiederkommen.

Marina Schmid, Sie organisieren als Eventmanagerin bei der Lenzerheide Marketing und Support AG die Volunteers für verschiedene Events in der Region. Waren Sie selbst auch schon als Volunteer im Einsatz?

Ich bin in einem kleinen Bündner Dorf aufgewachsen und engagierte mich dort in diversen Vereinen. Die jungen Leute ziehen alle weg und wir wollen die Gemeinschaft im Interesse des ganzen Dorfes aufrechterhalten. Da braucht es auch Freiwillige, die anpacken.

In Lenzerheide arbeiten jedes Jahr hunderte Volunteers bei Sportevents mit: Sie bauen auf und ab, sie sichern Strecken, sie weisen Autos, sie räumen Abfall weg. Wären Sportevents ohne Volunteers überhaupt möglich?

Wettkämpfe gäbe es schon – aber ohne Rahmenprogramme und ohne Verpflegung. Solche Events wären jedoch nicht attraktiv. Daher behaupte ich: Ohne Freiwillige geht es nicht. Viele Volunteers leisten gleich mehrere Tage ­unentgeltliche Arbeit – das würde sich extrem summieren, müssten wir diese Arbeit bezahlen. Wir wissen ihren Einsatz sehr zu schätzen, denn er ist nicht selbstverständlich.

Die Freiwilligen für die UCI Mountainbike Weltmeisterschaft, den Skiweltcup sowie für verschiedene Biathlon-Events in Lenzerheide werden über Swiss Volunteers rekrutiert und organisiert – pro Jahr insgesamt rund 850 Helferinnen und Helfer, die zum Teil mehrere Tage im Einsatz sind. Welche Vorteile bringt Ihnen die Zusammenarbeit mit Swiss Volunteers?

Das Tool von Swiss Volunteers ist eine tolle Sache: Es vereinfacht es uns enorm, die Volunteers und ihre Qualifikationen und Wünsche zu erfassen und ihnen geeignete Aufgaben zuzuteilen. Dank Swiss Volunteers behalten wir jederzeit die Übersicht. Auch profitieren wir von der Bekanntheit von Swiss Volunteers: Jedes Mal, wenn ein Newsletter rausgeht, melden sich bei uns neue Volunteers an. Wir spüren, dass wir mitgetragen werden.

Volunteers arbeiten ohne Lohn. Wie zeigen Sie ihnen Ihre Wertschätzung?

Die grösste Wertschätzung findet vor Ort statt: Unsere Volunteers kommen, weil sie die gute Stimmung am Event schätzen und weil sie Bekannte treffen oder neue Leute kennenlernen wollen. Wir informieren sie gut über den Event – sie sollen auch die Details sehen und nicht nur ihre Aufgaben kennen. Sie sollen merken, dass sie uns wichtig sind. Schliesslich sind sie nicht nur da, um Würste auf dem Grill zu drehen, sondern sind Teil unseres Teams. Dies zelebrieren wir beispielsweise bereits an einem Infoanlass vor der WM, an dem die Volunteers ihre Ressortleiter kennenlernen und mit ihnen grillieren können. Am Anlass erhalten sie ausserdem Kleidung sowie kostenlose Verpflegung. Und nach dem Event stossen wir alle gemeinsam an – das ist wichtig.

Wie binden Sie die Volunteers an sich?

Über Swiss Volunteers oder über die Facebookgruppe «E-team Lenzerheide», mit der wir die Gemeinschaft aufrechterhalten und alle Volunteers auf dem Laufenden halten. Es wäre schade, sie aus den Augen zu verlieren.

Ist es in der heutigen Zeit schwierig, Volunteers zu finden?

Bislang nicht. Wir haben in Lenzerheide zum Glück viele Zweitwohnungsbesitzer, die sich stark mit der Region identifizieren und solidarisieren. Besonders wertvoll sind die vielen wiederkehrenden Helferinnen und Helfer – sie wissen, wie der Event funktioniert und was sie erwartet. Dank Swiss Volunteers melden sich auch immer wieder neue Leute an.

Helfen auch junge Leute mit?

Der Altersdurchschnitt unserer Helfer ist 45 aufwärts. Die junge Generation ist nicht abgeneigt sich zu engagieren, doch sie picken sich nur genau jene Sachen heraus, die sie interessieren. Wie schwierig es in Zukunft sein wird, Volunteers zu finden, kann ich daher nicht einschätzen.

Im September findet in Lenzerheide die Bike-WM statt. Wie wichtig ist dieser Event für die Lenzerheide?

Die Bike-WM hat einen sehr grossen Stellenwert für unsere Region und wir freuen uns sehr, ihn durchzuführen. Der Event ist auch medial sehr wertvoll: Wir können der Welt zeigen, was wir können. In den vergangenen drei Jahren haben wir bereits dreimal einen Bike-Weltcup organisiert – nun kommt das grosse Finale.

Ist der Event auch bei Volunteers beliebt?

Auf jeden Fall – schon nur wegen Nino Schurter. Ich versuche bei der Einteilung möglichst auf alle Wünsche der insgesamt rund 300 Volunteers einzugehen. Besonders beliebt sind jene Aufgaben, bei denen sie mit den Athletinnen und Athleten in Kontakt kommen, beispielsweise die Begleitung an die Dopingkontrollen. Andere Aufgaben, etwa Parkplatzanweisen, sind weniger beliebt, da man dabei wenig vom Event mitkriegt. Doch viele Volunteers, die mehrere Tage im Einsatz stehen, sind bereit, diesen Job einen Tag lang zu übernehmen.

 

Zur Person: Marina Schmid (27) ist in Filisur aufgewachsen und bildete sich nach dem KV zur Eventmanagerin weiter. Seit 2015 arbeitet sie in dieser Funktion bei der Lenzerheide Marketing und Support AG, der Tourismus-Organisation der Lenzerheide. Im OK des Bike-Weltcups – und heuer der WM – in Lenzerheide ist sie bereits zum vierten Mal für die Volunteers zuständig. Und kurvt seither selbst mit dem Bike durch die Bündner Berge.


sendafriendprint