«Volunteers haben die besseren Karten»

Arthur Vigier (23) aus Grenoble sieht es als Pflicht an, sich als Sportler für den Sport engagieren. Er studiert an der AISTS in Lausanne Sportmanagement und erhofft sich, als Volunteer einen Fuss in die Welt der Internationalen Sportorganisationen in Lausanne zu bekommen. Im Juli hilft er an der UEFA U-19 Frauen Europameisterschaft mit.

«Ich lebe seit ein paar Jahren in der Schweiz. Parallel zu meinem Bachelor an der Hotelfachschule in Lausanne lernte ich die Sportindustrie kennen und konnte erste Erfahrungen sammeln. Nun mache ich an der renommierten Internationalen Akademie für Sportwissenschaften und -technologie (AISTS) einen Master in Sportmanagement. Die AISTS wurde gegründet, um der grossen Nachfrage der internationalen Sportorganisationen in Lausanne nach gut ausgebildeten Fachleuten nachzukommen. Auch ich möchte in der Welt der Sportverbände Fuss fassen und vom Zuschauer zum Akteur werden.

In diesem Jahr sind wir 40 Studierende – alle mit völlig anderem Hintergrund und anderen Nationalitäten. Ich bin Franzose und stamme aus Grenoble. Aber eigentlich habe ich dort gar nicht lange gewohnt. Ich lebte mit meinen Eltern zwei Jahre in Vietnam und weitere zwei in den USA, in Houston, Texas. Danach liess ich mich in der Umgebung von Nizza nieder. Und kam dann schliesslich nach Lausanne. Im April werden wir am UEFA Youth League Final in Nyon und im Juli an der UEFA Frauen U-19 Europameisterschaft als Volunteers im Einsatz stehen – dies ist Teil unserer Ausbildung. Ich freue mich sehr, dass ich an zwei grossen Events dieses Verbandes mithelfen darf.

Ich habe keine klaren Erwartungen an meine Einsätze als Volunteer – ich werde aber sicherlich von ihnen profitieren. Viele junge Leute arbeiten als Volunteers, um Networking zu betreiben. Wer in einer Bewerbung zeigen kann, dass er sich als Freiwilliger engagiert hat, und auch noch wichtige Leute als Referenz angeben kann, hat sicher die besseren Karten. Die Arbeit als Volunteer ist essenziell, wenn man einen Platz in der internationalen Sportwelt ergattern will. Je nach Profil schaffst du es bei einem Einsatz, einen Fuss in einen Bereich zu setzen, den man vorher noch nicht gut gekannt hat. Man erhält die Chance Erfahrungen zu sammeln, die notwendig sind, um weiterzukommen. Und man lernt Leute kennen, die zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich zu Türöffnern werden können. Aus diesem Grund helfe ich dieses Jahr gleich an mehreren Anlässen als Freiwilliger mit, etwa auch am Symposium der Weltantidopingagentur WADA oder an der UEFA U-19-Europameisterschaft.

Ich weiss noch nicht, was meine Aufgabe an der UEFA U-19-Europameisterschaft sein wird, aber ich bin offen für fast alles. Vielleicht werden sie mich wegen meiner Erfahrung im Kundenservice im Publikumsbereich einsetzen. Ob ich dort mit den Athletinnen in Kontakt kommen werde, weiss ich nicht, ich könnte es mir gut jedoch vorstellen, denn sie sind ja der Mittelpunkt des Events. Gegenleistung erwarte ich keine – ein Merci und die Freude der Athletinnen oder der Zuschauer sind schon Belohnung genug. Als Volunteer erhalte ich die Gelegenheit, etwas von all dem zurückzugeben, was ich jahrelang von Trainern, Leitenden und all den vielen anderen Helfenden erhalten habe. Ich bin überzeugt: Jeder Sportevent und jeder Verein ist auf Freiwillige angewiesen. Jede kleinste Aktivität erfordert Helfende, die unentgeltlich arbeiten – für die Organisation, aber vor allem auch für den Tag X. Es ist unmöglich, sie alle zu entschädigen.

Es ist für mich selbstverständlich, dass man sich als Sportler freiwillig für den Sport engagiert – ich finde sogar, ein Sportverein darf dies von seinen Mitgliedern verlangen. Als Handballtrainer und Leiter bin ich seit mehreren Jahren als Freiwilliger im Einsatz. Nach Karate, Taekwondo, Judo, Tennis, American Football, Basketball und Fussball war es schliesslich Handball, der meinen Wettkampfgeist weckte. Nun versuche ich, diesen Spirit auf die Kinder, die ich trainiere, zu übertragen. Der Sport hat mich und meine Beziehungen zu den Mitmenschen geprägt. Als Trainer gebe ich nun mein Bestes, damit die Kinder genauso vom Sport profitieren können, wie ich dies getan habe.

Swiss Volunteers lernte ich durch Hörensagen und durch meine Recherchen kennen. Die Plattform wurde uns auch vom AISTS empfohlen. Ich finde es gut, dass sie Events, die Volunteers benötigen, zusammenbringt – dies erleichtert es nicht nur Veranstaltern Volunteers zu finden, sondern auch den Freiwilligen, denn sie sehen auf einen Blick, welche Events zu ihnen passen.»


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