«Carl Lewis und Usain Bolt treffen - der Volunteer-Einsatz machts möglich»

Erstmals habe ich vor 20 Jahren als Freiwilliger für die Athletissima gearbeitet. Seither war ich jedes Mal Chauffeur, und das war auch 2012 nicht anders. Das Chauffeur-Team setzt sich aus Frauen und Männern jeden Alters und aus allen Berufen zusammen. Wir sind wie eine grosse Familie, in der es sich für ein paar Tage ganz gut leben lässt. Schwierige Momente gibt es nicht, aber solche, in denen es etwas stressiger ist als sonst. Es wäre nötig, die Stunden und die gefahrenen Kilometer zu zählen.


Foto: Robert Danis

Die Athletissima 2012 war etwas Besonderes für mich, weil ich den ganzen Abend lang Usain Bolt begleiten durfte. Da ich das Bindeglied zwischen ihm, seinem Agenten und den vier Personenschützern war, wich ich nie von seiner Seite. Deshalb weiss ich auch, dass er sich vor einem Lauf gerne mit seinen jamaikanischen Sprinterkollegen trifft und dabei zu Spässchen aufgelegt ist. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass man als Volunteer Dinge erlebt, von denen andere nur träumen.  

Mein schönstes Erlebnis als Chauffeur war es, Carl Lewis zum Stadion zu fahren und bei seinem Weitsprungtraining mit dabei zu sein, eine Sportart, die ich selbst in meiner Jugend ausgeübt habe.


Foto: Robert Danis

Durch meine Arbeit für die Athletissima sowie für Veranstaltungen von Lausanne-Sport Athlétisme, dem Club, bei dem meine Tochter Mitglied ist, habe ich gemerkt, dass es ohne Freiwillige in unserem Land nur wenige Veranstaltungen gäbe.

Gerne wäre ich einmal als Freiwilliger bei einer Leichtathletik-Europa- oder Weltmeisterschaft in Lausanne dabei, aber mein allergrösster Traum ist es, eines Tages meine Tochter an die Athletissima zu chauffieren - sie möchte gerne Spitzensportlerin werden. Aber bis dahin habe ich noch etwas Zeit, schliesslich ist sie erst 12…

Fabien Jaccard


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