«Eine Stunde Freiwilligenarbeit beeindruckt niemanden - und dennoch ist sie für den Schweizer Sport unverzichtbar!»

Seit Anfang Januar können sich Freiwillige ihre geleisteten Stunden mit einem Zertifikat bestätigen lassen. Cyrille Saladin, Programmleiter von Swiss Olympic Volunteer, erklärt im Interview, wie sowohl Freiwillige als auch Arbeitgeber davon profitieren können.


© Gästecenter Obergoms

Cyrille Saladin, erklären Sie in zwei Sätzen, was das Volunteer-Zertifikat ist

Mit dem Volunteer-Zertifikat werden die ehrenamtlichen Leistungen von Volunteers offiziell durch Swiss Olympic Volunteer bestätigt. Um die erbrachten Leistungen zu erfassen und zu bescheinigen, müssen sowohl die Freiwilligen wie auch der jeweilige Verein oder die jeweilige Veranstaltung bei Swiss Olympic Volunteer angemeldet sein.

Welches Ziel wird mit dem Volunteer-Zertifikat verfolgt?

Mit dem Zertifikat können Freiwillige zeigen, dass sie auch neben ihrem Beruf engagiert sind. Für den Volunteer ist das Zertifikat quasi ein Zeugnis und eine Anerkennung seiner Leistungen. Es soll aber auch als Beleg dienen, den man seinen Bewerbungsunterlagen beilegen kann.

Wie kommt man als Volunteer zu einem solchen Zertifikat?

Jeder angemeldete Volunteer hat auf der Plattform ein persönliches Profil. Sobald er einen Freiwilligeneinsatz geleistet hat, werden ihm die entsprechenden Stunden automatisch gutgeschrieben. Er kann das Zertifikat direkt in seinem persönlichen Account als PDF herunterladen und ausdrucken (wie das Zertifikat herunterladen). Auf dem Zertifikat sind sein Name und die geleisteten Stunden nach Jahr, Event und Verein sortiert aufgeführt.

Wie werden die Einsätze erfasst und wie wird kontrolliert, ob diese auch tatsächlich geleistet wurden?

Veranstalter und Vereine, die mit Swiss Olympic Volunteer zusammenarbeiten, verpflichten sich, die Einsätze der Freiwilligen nach bestem Wissen und Gewissen direkt im System zu bestätigen. Somit wird genau erfasst, wer sich wo und wie lange freiwillig engagiert hat.

Gibt es eine Mindestanzahl an Stunden, die geleistet werden müssen, damit ein Volunteer sein Zertifikat erhält?

Nein, im Prinzip reicht eine Stunde. Aber es ist natürlich klar: Eine Stunde Freiwilligenarbeit beeindruckt wohl niemanden - und dennoch ist sie für den Schweizer Sport unverzichtbar! Es macht sich sicher gut, mehrere Jahre beim gleichen Event oder beim gleichen Verein im Einsatz zu stehen oder in einem Jahr verschiedene freiwilligen Engagements einzugehen. Mit 50 bis 100 Stunden im Jahr, also einer bis zwei Stunden pro Woche, unterstützt man den Schweizer Sport schon enorm.

Woher kommt die Idee für ein solches Zertifikat?

Die Idee für den Nachweis von Freiwilligentätigkeit ist nicht neu. Mit unserem Zertifikat möchten wir ein zusätzliches, ergänzendes Mittel bieten. Es widerspiegelt sehr genau den quantitativen Wert des Freiwilligenengagements.


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