Freiwilligenarbeit wird in der Schweiz honoriert

Seine Einsätze als Volunteer ermöglichten Aditya Kumar, sich in der Schweiz zu integrieren. An der Athletissima in Lausanne gehört der 32-jährige Inder mittlerweile zum festen Volunteer-Staff.

Herr Kumar, können Sie sich an Ihren ersten Einsatz als Volunteer erinnern?

Als College-Student an der Universität von Delhi half ich bei der Organisation von Fussballevents. Seit meiner Kindheit machte ich Sport, ich spielte Cricket und Fussball. Es gefiel mir, nun anderen Athleten zu helfen, ihren Sport auszuüben.

Und in der Schweiz?

Als ich vor fünf Jahren nach Lausanne zog, um Sportmanagement zu studieren, fand dort das Weltcup-Finale der Bogenschützen statt. Ich rief an - und wurde trotz meiner limitierten Sprachkenntnisse im Kommunikationsteam eingesetzt. Das war toll. Schon nur die Location! Mit dem Genfersee und den Bergen im Hintergrund. Ich liebte den Event.

Was war Ihre Motivation, um unentgeltlich für den Schweizer Sport zu arbeiten?

In Indien hatte ich als Sportjournalist gearbeitet und ich kannte den Sport von aussen. Nun wollte ich in die Sportwelt hineinsehen. Ich lernte ausserdem viele Leute kennen, vom Banker bis zum Handwerker. Meine Arbeit als Volunteer ermöglichte mir, mich in der Schweizer Gesellschaft zu integrieren.

Sie waren im Juli zum dritten Mal Volunteer an der Athletissima. Was war Ihr Job?

Ich arbeitete auch hier im Medienbereich. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Volunteer-Team, was unheimlich Spass macht. Nach jeder Athletissima fragen wir uns: Was könnten wir nächstes Jahr besser machen? Ich mag es, wenn auch Volunteers Verantwortung übernehmen. Das ist eine grosse Chance - für den Volunteer und für den Veranstalter.

Inwiefern können Sie heute als Volunteer profitieren? Immerhin haben Sie nun beim Europäischen Leichtathletikverband einen einflussreichen Job in der Eventorganisation.

Tatsächlich: Ich hatte zuerst den Job beim Verband, dann erst mischte ich mich unter die Volunteers der Athletissima. Es sind daher auch andere Erfahrungen, die mich motivieren - Usain Bolt sehe ich bereits von Berufes wegen regelmässig. Vielmehr sind es die Freundschaften, die jeweils bis zur nächsten Athletissima bleiben.

Was macht Ihr Verband für die Wertschätzung der Volunteers?

Einerseits können sie von Swiss Olympic Volunteer profitieren, da die meisten unserer grossen Events auf der Plattform ausgeschrieben werden. Auch für die EM in Zürich 2014 wird das Organisationskomitee 2000 Volunteers rekrutieren. Zusätzlich können sich die Volunteers auf unserer Plattform athleticscommunity.org registrieren. Wie bei Swiss Olympic Volunteer erhalten sie ein Zertifikat für ihre geleistete Arbeit, damit sie ihre Erfahrungen für die berufliche Entwicklung nutzen können.

Sie wurden 2012 von Swiss Olympic Volunteer als "Best Volunteer of Morges" ausgezeichnet. Was bedeutete Ihnen diese Ehre?

Es war eine grosse Überraschung. Solche Auszeichnungen sind eine schöne und wichtige Geste - als Volunteer arbeitet man ja eigentlich ohne eine Gegenleistung zu erwarten.


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