Robert Danis betreibt seine drei grössten Passionen mit Herzblut

Robert Danis betreibt seine drei grössten Passionen mit Herzblut: die Philatelie, den Judo-Kampfsport und die Fotografie. Zwei davon kann er gemeinsam mit der Schweizer Judomannschaft an deren Wettkämpfen regelmässig ausleben. Als Fotograf bei Swiss Olympic Volunteer rückt er seit einem Jahr auch diejenigen in den Fokus, die sonst an Sportanlässen stets im Hintergrund tätig sind: die Volunteers.

birsfelden

Swiss Olympic: Wie entstand deine Begeis terung fürs Judo?

Robert Danis: Es begann im Jahr 1970, als sich mein Sohn fürs Judo entschied. Nach kurzer Zeit wollte er bereits wieder aufgeben, er fand diese Sportart zu streng. Um mir selbst ein Bild zu machen, habe ich eine Lektion besucht… und unzählige folgten, mittlerweile bin ich 4. Dan. Schliesslich hat auch mein Sohn weitergemacht und ebenfalls den schwarzen Gürtel erlangt.

Und woher kommt deine Liebe zur Fotografie?

Wie viele begann ich auf Reisen, in den Ferien, an Geburtstagen und ähnlichen Anlässen damit. Zur regelrechten Leidenschaft wurde das Fotografieren 2001, als ich in Japan weilte, um die Sprache zu lernen und an Judo-Wettkämpfen teilzunehmen. Auf dieser Reise schoss ich an einem Turnier mit der einfachen Kamera, die ich damals hatte, ein paar Fotos. Ich war sehr überrascht, als ein Journalist mich um diese Bilder bat, um sie zu veröffentlichen. Es freute mich so sehr, dass meine Fotos in einer Zeitung erscheinen, dass ich fortschrittlichere Kameras mit immer leistungsfähigeren Objektiven kaufte.

Du bist mit deinen Bildern im DOJO sehr präsent. Wie hat sich diese Zusammenarbeit ergeben?

Als ich 2003 das erste DOJO in Händen hatte, fand ich das Magazin etwas trist, da es nur wenige Fotos enthielt. Ich rief deshalb den damaligen Redaktor an, der zu meinen Schülern gehörte. Ich bot ihm an, dem Magazin meine Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Seither habe ich viele Ausgaben dieser Zeitschrift mit meinen Fotos gefüllt. Dadurch kam ich dem Schweizer Judo- Team immer näher und berichtete mit Fotostrecken von seinen Wettkämpfen. Oft bitten mich die Verantwortlichen inzwischen um die Bilder, die ich zudem auf meiner Webseite www. judopassion.ch veröffentliche.

Was ist deine beste Aufnahme?

Das schönste Bild ist eins von der Weltmeisterschaft 2005. Es zeigt den japanischen Judoka Keiji Suzuki, der später Gold gewann, bei einem Okuri-ashibarai, mit dem er seinem Gegner, den Brasilianer Luciano Correa, der die Bronzemedaille gewann, von den Matten fegt. Es ist sehr schwer eine solche Situation einzufangen. Deshalb war ich überaus glücklich, als ich das gelungene Bild sah!

Du lichtest nicht nur Judoka und die japanischen Kirschblüten ab, sondern auch die freiwilligen Helfer. Ist das für dich etwas anderes?

Als ich von Swiss Olympic Volunteer gebeten wurde, über andere Anlässe als Judowettkämpfe zu berichten, um die Freiwilligen in Aktion zu zeigen, habe ich begeistert zugesagt. Es war eine neue Herausforderung, da sich meine Sujets nun hinter den Kulissen verstecken und nicht mehr auf der Hauptbühne agieren. Heute möchte ich die Arbeit all dieser fleissigen Helfer, die im Schatten der Stars stehen, ins beste Licht rücken. In diesem Zusammenhang habe ich etwas Lustiges erlebt: Für die Athletissima 2012 in Lausanne hatte ich, wie 40 weitere Fotografen, einen Presseausweis erhalten. Sämtliche Objektive waren auf die Sportler gerichtet und es entstand ein Gerangel, da alle Usain Bolt beim Zieleinlauf aufnehmen wollten. Meine Kamera war jedoch genau auf die entgegengesetzte Seite des Stadions gerichtet, da ich dort die Volunteers beim Wegräumen der Startblöcke und beim Aufstellen der Hürden einfangen wollte.

Hat sich dein Blick auf die Volunteers verändert, seit du sie oft vor der Linse hast?

Ja. Seit ich in der ganzen Schweiz Bilder von Freiwilligen schiesse, nehme ich ihre Bedeutung viel bewusster wahr. Ich bin beeindruckt von all diesen Menschen, die sich so leidenschaftlich für den Sport engagieren. Ich freue mich deshalb sehr, sie nach aussen hin sichtbarer zu machen – als kleine Belohnung für ihre Mühe. Im Grunde genommen bin ich auch ein Volunteer!

Interview: Ilaria Esposito

Fotos: Robert Danis


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