Volunteers waren das Rückgrat der EM

Dank Swiss Olympic Volunteer hatten die Schweizer Organisatoren der Volleyball-EM der Frauen 2013 in Zürich und Deutschland einen klaren Vorteil bei der Rekrutierung der Freiwilligen. Das sagt Reto Hähnlein, der für die EM auf Schweizer Boden verantwortlich war.

Reto Hähnlein, erinnern Sie sich an Ihren ersten Einsatz als Freiwilliger?
Natürlich. Ich begann als etwa 25-Jähriger die Handball-Juniorinnen meines damaligen Vereins zu trainieren. Später kamen weitere längerfristige Engagements dazu, etwa für die UEFA Euro 08 oder die Eishockey-WM 2009.

Was haben Ihnen die Einsätze gebracht?
Viele Kontakte, gute Erfahrungen und spannende Geschichten. Die Einsätze waren ein Sprungbrett zu meiner beruflichen Laufbahn. Ausserdem haben mir die Einsätze vor Augen geführt, wie wichtig die Menschen sind, die sich ehrenamtlich engagieren.

An der Volleyball-EM der Frauen 2013 waren rund 800 Volunteers im Einsatz - 150 davon in Zürich. Welche Rolle hatten die Volunteers am Erfolg der EM?
An einem Sport-Event zählen drei Dinge: Sportler und Sportlerinnen, Volunteers und Finanzen. Die Freiwilligen sind also das Rückgrat jeder Sportveranstaltung. An der EM waren wir auf Schweizer Seite ein Team von nur fünf Personen, der Rest waren Volunteers. Sie spielten deshalb eine zentrale Rolle, wie wir uns als Gastgeber präsentierten.

Sie rekrutierten und verwalteten die Freiwilligen über Swiss Olympic Volunteer. Inwiefern konnten Sie von der Plattform profitieren?
Dank Swiss Olympic Volunteer hatten wir eine viel grössere Auswahl an Freiwilligen und konnten diese gezielt kontaktieren. Beispielsweise fanden wir einen Journalisten für den Medienbereich. Es gab eine gute Mischung von Volunteers aus Volleyball-Kreisen und solchen, die bei verschiedenen Grossevents mitmachen. Vom Know-how, das diese an anderen Veranstaltungen gesammelt hatten, konnten wir profitieren.


Foto: Christian Hutter

Die EM 2013 fand länderübergreifend in der Schweiz und in Deutschland statt. Wie lief die Rekrutierung in Deutschland ab?
Die Deutschen waren überrascht über die Plattform Swiss Olympic Volunteer – und über die grosse Menge der angemeldeten Freiwilligen. Sie selbst gingen bei der Rekrutierung klassisch vor: Der Grundstock wurde über die Clubs gefunden, die restlichen Volunteers über Sportämter und eine Ausschreibung auf der Webseite. Wir hatten da einen klaren Vorteil.

Ohne Freiwillige kein Sport-Event. Was konnte die Volleyball-EM den Volunteers im Gegenzug bieten?
Neben Kleidung und Essen viele Erlebnisse und Freundschaften. Dank Swiss Olympic Volunteer ist eine richtige Community entstanden, man kennt sich an den Events. Das treibt viele an, wiederzukommen. Viele haben auch ganz klare Vorstellungen, welchen Job sie übernehmen möchten.

Konnten Sie auf alle Wünsche eingehen?
Das war nicht einfach. Wir unsererseits kontaktierten für gewisse Jobs spezifische Leute. Am gefragtesten waren die Jobs als Fahrer - da kamen die Volunteers mit verschiedenen Persönlichkeiten in Kontakt -, im Medienbereich oder auf dem Court. Die Freiwilligen hatten dort Kontakte zur Jury, bedienten elektronische Matchberichte, betreuten Schiedsrichter oder Sportlerinnen. Andere wollten unbedingt im Bereich der Sicherheit im Einsatz sein. Oder als Platzanweiser. Das ist ja gerade das Faszinierende: Als Volunteer darf man an Orten sein, wo sonst keiner hinkommt. Ich erinnere mich nur allzu gerne an die Eishockey-WM 2009: Wir hatten das Büro direkt neben der Garderobe der Dänen. Da ging es immer stimmungsvoll und emotional zu und her! Das bleibt unvergesslich.


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