Sportlertraum am Zuckerhut - als Volunteer nach Rio

Erst bei den Spielen in Rio mitwirken, dann dort Geburtstag feiern – für viele ein Traum. Für Simone Dietrich geht er in Erfüllung. Doch erstmal ist die 39-jährige Zugerin mit trivialerem beschäftigt: «Ich könnte so viele Koffer packen - doch nur einen darf ich nach Rio mitnehmen». Die Primarlehrerin lacht: «Ich muss eine ganz strenge Auswahl treffen». Vor allem Rucksack und Wanderschuhe würde sie gerne mitnehmen, um nach den Spielen in einem Nationalpark in der Nähe Rios zu wandern. Auch wenn sie nicht weiß, ob sie dafür überhaupt Zeit finden wird.


Foto: zvg

Simone wird bei den Spielen die Spitzensportler unterstützen. Vor zwei Jahren trug sie ihre Angaben beim Online-Portal für die Spiele ein. Da schien alles noch sehr weit weg. Sie wusste damals nicht genau, was sie jetzt vorhaben würde - und ob der Arbeitgeber mitspielen würde. «Ich habe mir aber ganz gute Chancen ausgerechnet,» sagt sie, «als das Auswahlverfahren losging.» Schließlich spricht sie brasilianisches Portugiesisch und war schon einige Male im Land. 

Vor ein paar Monaten und nach vielen Gesprächen hat sie erfahren, dass sie tatsächlich als Helferin für die Spiele nach Rio geht. Die Freude war groß - über den Event und darüber, dass alles genau wie geplant aufgeht. Einen kleinen Wermutstropfen gebe es, gesteht Simone mit einem Zwinkern: «Erst wenn ich in Rio ankomme, werde ich erfahren, was ich genau machen soll.» Eine Unstrukturiertheit, die so gar nicht zum Naturell von Simone Dietrich passt. "Eigentlich plane ich lieber alles präzise.» Doch für Rio, für Brasilien, sei das schon okay. Für diese Aufgabe nehme sie das hin. Denn schließlich sei es im südamerikanischen Land immer chaotisch - und es klappt trotzdem immer wieder hin. 

Worauf sie sich besonders freut, ist nach den Spielen die Paralympics-Mannschaft der Schweiz zu betreuen, ihnen die Stadt zu zeigen und die brasilianische Kultur näherzubringen. Denn das ist einer ihrer Wesenszüge: Die eigenen Freude mit anderen teilen, sich zu engagieren. Erst als Gymnastik-Sportlerin merkte sie, wie wichtig die Unterstützung von Swiss Volunteers und seinen Helfern ist. Seit sie nicht mehr ganz so aktiv ist, gibt sie das zurück: Simone ist seit Jahren als Volunteer aktiv, etwa bei der Mountainbike & Trial Europameisterschaft, den Special Olympics, bei der Unihockeyweltmeisterschaft und vor allem beim Weltklasse Zürich Event. Dort trifft sie immer wieder auf die gleichen Sport-Enthusiasten unter den Helfern. «Das ist fast wie eine Familie," freut sie sich. Über all jene Schranken hinweg, die normalerweise die Menschen voneinander trennen, baue man dabei Freundschaften auf. Vor allem ein anderer Helfer, der deutlich älter sei, ist ihr ans Herz gewachsen, gesteht sie. «Das ist das Tolle am Sport - gerade als Volunteer», sagt sie nachdenklich. "Die Unterschiede verwischen und wir haben nur noch das gemeinsame Ziel.»

...Vejo vc no Rio...


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