Echter Esprit de Corps - Der Manager David Gouten über sein Engagement für die Swiss Volunteers


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David, Du bist seit 2013 CEO und Mitinhaber der Schweizer Manufacture Royal seit 2010 mit Sitz in Vallorbe – und warst gleichzeitig zum zweiten Mal als Volunteer im Einsatz. Gibt es etwas, was deine herausragende Position im Beruf mit deinem Engagement als Volunteer verbindet?
In meiner Firma bin ich der Boss. Ich muss die Entscheidungen treffen und in der Uhrenindustrie ist es ein schwieriger Moment. Aber ich bin der Kapitän, ich muss positiv sein und die Richtung vorgeben. Man engagiert sich, man packt an. Das ist die Parallele zwischen diesen beiden Welten. Ohne Engagement geht es bei beiden nicht. Der Unterschied ist, dass in dem Bereich, wo ich als Volunteer mitmache, bei der Sicherheit auf dem Wasser, keinen Alleinentscheider gibt. Jeder trägt Verantwortung. Wir arbeiten als Team.

Du warst beim Triathlon Uni-Weltmeisterschaft FISU und 27. Triathlon von Nyon im Volunteer im Einsatz, als Stand-Up Paddler. Du warst ganz dicht an den Schwimmern dran. Warum ist dein Einsatz - und der deiner Kollegen - so entscheidend? 
Weil es um die Sicherheit der Schwimmer geht. Mit dem Stand-Up Paddel können wir sehr nah an den Schwimmern dran sein, näher als die Motorboote. Auch in Bezug auf die Schiedsrichter ist das besser, die Schwimmer können nicht betrügen, sie können nicht ihre Linie verkürzen.


Foto: Christophe Bureau

David, du hast dieses Jahr zum zweiten Mal als Volunteer beim Triathlon mitgeholfen, der vom 5. bis 7. August stattfand. Gab es einen Unterschied zum letzten Jahr? Letztes Jahr war der See ruhig, das Wasser war wie ein Brett. Das einzig störende war der Regen. Dieses Jahr hatten wir sehr viel Wind. Soviel Wind, dass das allgemeine Rennen abgesagt werden musste. Und die Schwimm-Distanz wurde verknappt, weil die Wellen sehr hoch waren. 

Wie konntet ihr denn bei der Sicherheit der Schwimmer mithelfen?
Bei dem Seegang waren die Wellen sehr hoch und wenn einer der Schwimmer hochkam, um Luft zu holen schluckte er Wasser. Das erschöpfte die Sportler sehr. Am Sonntag hatte ich zum Beispiel drei Schwimmerinnen, die sich auf meinem Board ausruhten bzw. stützten, eine musste sogar an meinem Board stoppen, weil sie zu erschöpft war. Teilweise konnten wir nicht mal auf unseren Boards stehen, sondern mussten uns hinsetzen. Am Nachmittag war es gut, aber am Morgen war so viel Wind, dass wir nicht stehen konnten. Wir retteten Leute. Weil das Wetter, der Seegang, so hart war. Das meine ich mit helfen. Auch das ist wieder anders als das berufliche Umfeld:  Man gibt keine Befehle, man empfängt keine Befehle, sondern jemand sagt, “Hey, pass auf diesen Schwimmer auf”. Und dann geht man los, man fragt nicht nach. Denn es bleiben unter Umständen nur Sekunden, um jemandem zu helfen. 

Du liebst deinen Sport ja sehr - aber geht es dir nur um das körperliche Motiv?
Meinem Paddel-Club von Nyon entspringt auch ein Gefühl für soziale Zusammengehörigkeit. Es ist nicht wichtig, aus welchem Kontext die Leute kommen, jeder kann da mitmachen, man braucht kein teueres Board. Man kann einfach nur Spaß haben - und der See gehört jedem. Das Wasser gehört allen - und als Paddler ist man frei. 
Inwiefern spielte das für dein Engagement als Volunteer eine Rolle? In Nyon gibt es ja das ganze Jahr hindurch Events, es gibt zum Beispiel den Sport-Day und dann den Triathlon. Wenn man mithelfen will, kann man sich über das Portal der Swiss Volunteers anmelden. Das haben wir letztes Jahr als Verein gemacht, 5 oder 6 von uns haben sich gemeldet. Dieses Jahr war es auf einer individuellen Basis, wer wollte, meldete sich. Das Schöne ist, dass ich als Volunteer meine Leidenschaft für den Sport mit einer Hilfeleistung verbinden konnte.


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